1. Einleitung

Schulische Fortbildung dient der kontinuierlichen fachlichen, pädagogischen und methodischen Professionalisierung der Lehrkräfte sowie der Optimierung von Lernprozessen und damit der  Verbesserung der Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen.
Sie ist somit mit der Profilbildung der Schule verknüpft. Ihr verpflichtender Stellenwert ergibt sich in NRW seit 2004 aus dem Schulgesetz (vgl. SchulG NRW § 57 Abs. 3 – BASS 1-1) und den Erlassen zur Schulprogrammarbeit, zur Fort- und Weiterbildung (vgl. RdErl. d. Ministeriums für Schule, Jugend und Kinder v. 27.4.2004 – BASS 20-22 Nr.8) sowie zur Budgetierung von Fortbildungsmitteln (vgl. RdErl. des Ministeriums für Schule, Jugend und Kinder v. 6.5.2004 – BASS – 20-22 Nr.50.1). Im Konzept „Fortbildung für eigenverantwortliche Schulen“ legt das MSW 2006 in einem „5-Punkte-Programm“ ferner Grundsätze zur neuen Lehrerfortbildung in NRW fest, die eine Arbeitsteilung zwischen MSW, Bezirksregierungen und Kompetenzteams vorsehen (vgl. http://www.gew-nrw.de/binarydata/download/Konzept_LFB_2006.pdf).

 

  1. Zielvorgaben

Folgende Zielvorgaben sollen mit Lehrerfortbildung erreicht werden:

  • Reflexion des Unterrichts und Weiterentwicklung durch neue Kenntnisse aus der pädagogischen und fachlichen Theorie
  • Kompetenzerwerb für neue individuelle Aufgaben oder laufbahnbezogene Weiterentwicklungen
  • Forschung für unterrichtliche und schulische Neuerungen im Rahmen des Schulprogramms
  • Qualitätsentwicklung der Bildungs- und Erziehungsarbeit der Schule

 

  1. Thematische Schwerpunkte der Lehrerfortbildung am Nelly-Sachs-Gymnasium (Stand 2017)

Die folgenden Bereiche sollen kurz- und mittelfristig Schwerpunkte der Fortbildungsarbeit an unserer Schule darstellen:

  • Inklusion
  • Individuelle Förderung
  • Medienkompetenz
  • Erziehungsarbeit
  • Standardsicherung
  • Schulentwicklung und -organisation

 

  1. Organisatorische Festlegungen

4.1 Grundsätze und Zuständigkeiten

Fortbildungsträger sind das MSW, die Bezirksregierungen (mit den Kompetenzteams der Kreise) sowie nicht-staatliche Träger wie Berufsverbände, Stiftungen, kirchliche Träger und Hochschulen. Auf ihren Vorgaben bzw. Angeboten basiert jeweils die konkrete Planung und Durchführung von Fortbildungen.

 

Lehrerkonferenz, Fachkonferenzen, einzelne Lehrkräfte sowie Schulkonferenz und Schulleitung verantworten wechselweise die weitsichtige Bedarfsermittlung, sorgfältige Planung und Durchführung sowie die regelmäßige Evaluation von Fortbildungsmaßnahmen.

Die Lehrerkonferenz berät und entscheidet regelmäßig über Fortbildungsfragen und
-themen (z.B. kollegiumsinterne Fortbildungen) sowie den Fortbildungsetat. Sie legt den Fortbildungsbedarf im konkreten Fall der Schulkonferenz zur Abstimmung vor.
Die Lehrerkonferenz schreibt regelmäßig Zielvereinbarungen zur Fortbildung konsensorientiert fort, so dass ergebnisorientierte Rahmenbedingungen gewährleistet sind, die dem Fortbildungsbedarf bzw. den Prioritäten, den Zuständigkeiten sowie der Terminierung jeweils auf pragmatische Weise Rechnung tragen.

 

Die Fachkonferenzen verabreden die Teilnahme an fachspezifischen Fortbildungsmaßnahmen selbständig und evaluieren sie regelmäßig (Berichte, Austausch von Material bzw. Informationen). Sie stimmen diese Aktivitäten ggf. mit dem/der Fortbildungsbeauftragten
ab - z.B. hinsichtlich von Etatfragen oder bei fachübergreifenden Themen.

 

Die Lehrerinnen und Lehrer wünschen sich individuelle Fortbildungsthemen, anhand derer sie berufliche Handlungskompetenzen erwerben bzw. erweitern können, um den sich ständig wandelnden bzw. verändernden Herausforderungen in pädagogisch-fachlichen Arbeitsfeldern gerecht zu werden. Persönliche Fortbildungsplanung ist vor diesem Hintergrund unabdingbarer Teil der Personalentwicklung und persönlichen Weiterbildung.

 

Die/der Fortbildungsbeauftragte koordiniert im Rahmen des Geschäftsverteilungsplans und in Abstimmung mit der Lehrerkonferenz sowie der Schulleitung die Belange der allgemeinen und individuellen Fortbildung. Sie/er entwickelt in Absprache mit der Schulleitung das Fortbildungskonzept bzw. schreibt dieses kontinuierlich fort. Zudem ermittelt sie/er Fortbildungsbedarfe innerhalb des Kollegiums und organisiert die Planung und Durchführung von innerschulischen Lehrerfortbildungsveranstaltungen auf der Basis der beschlossenen Fortbildungsplanung. Sie/er ist diesbezüglich Ansprechpartner/in für die Fach- und Arbeitsgruppen und erstattet, wo erforderlich oder gewünscht, Bericht über die Fortbildungsplanung. Die/der Fortbildungsbeauftragte wird in seinen Aufgaben bei Bedarf von weiteren Mitgliedern des Kollegiums unterstützt, die nach Möglichkeit durch ihre Fächer weitere Fachbereiche (I-II-III) abdecken.

 

Die Schulkonferenz ist an der Beratung über Grundsätze der Fortbildung und der Fortbildungsplanung beteiligt und beschließt über die Durchführung ganztägiger Fortbildungen für das Kollegium.

 

Die kontinuierliche Anbahnung von Fortbildung gehört zu den Leitungsaufgaben der Schulleitung. In Abstimmung mit dem/der Fortbildungsbeauftragten sowie den Fachkonferenzen stellt sie sicher, dass der Fortbildungsbedarf auf der Grundlage beschlossener Grundsätze (und ggf. des Fortbildungsetats) zeitnah in konkrete Maßnahmen umgesetzt wird, dass Ergebnisse von Fortbildungen gewürdigt, vermittelt, schulisch bzw. unterrichtspraktisch umgesetzt und in einem angemessenen Zeitraum evaluiert werden. Die Schulleitung genehmigt die Veranstaltungen im Rahmen der verabschiedeten Fortbildungsplanung und entscheidet über die Personalangelegenheiten der Lehrerinnen und Lehrer, zu denen u.a. die Genehmigung von Fortbildung und Sonderurlaub gehören.

4.2 Information über Fortbildungsangebote

Die Informationen zur Lehrerfort- und Weiterbildung befinden sich im Lehrerzimmer bzw. werden über den E-Mail-Verteiler an das Kollegium weitergeleitet. Die Angebote der staatlichen Lehrerfortbildung sind am Schwarzen Brett unter der Rubrik „Fortbildung“ zu finden. Informationen über Angebote der staatlichen Lehrerfortbildung findet man zudem im Internet unter folgenden Adressen:

www.lehrerfortbildung.bezreg-duesseldorf.nrw.de

http://www.kompetenzteams.schulministerium.nrw.de

 

Fortbildungsangebote, die einzelne Lehrerinnen und Lehrer mit besonderen Funktionen und Aufgaben betreffen oder an die Fachkonferenzen adressiert sind, werden den betreffenden Kolleginnen und Kollegen ins Fach gelegt bzw. per E-Mail an sie weitergeleitet.

 

4.3 Ressourcen

Die Organisation von Fortbildungsveranstaltungen sollte sowohl den begrenzten Ressourcen des öffentlichen Schulwesens Rechnung tragen als auch eine größtmögliche Identifikation der Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den Fortbildern ermöglichen. Daher sollten folgende Überlegungen bei der Planung einer Fortbildungsveranstaltung berücksichtigt werden:

  • Gibt es „kollegiumsinterne Ressourcen“, die sich für schulinterne Fortbildungsveranstaltungen für das gesamte Kollegium nutzen lassen?
  • Kann auf ortsnahe Angebote, z.B. des Dienstherrn Bezirksregierung Düsseldorf oder der Kompetenzteams der Kreise, zurückgegriffen werden?
  • Können ggf. preiswerte schulexterne Fort- und Weiterbildungsangebote genutzt werden?
  • Lassen sich Vergleichsangebote zur speziellen und gezielten Fortbildung für Fachschaften, Funktionsträger oder Interessenten finden?
  • Können einzelne Kolleginnen und Kollegen als „Multiplikatoren“ fortgebildet werden?

 

4.4 Finanzierung

Im Rd.Erl.d.MSJK vom 6.5.2006 (vgl. BASS 20-22 Nr.50.1) ist die Finanzierung der Fortbildungsaktivitäten der Schulen geregelt. Demnach erhalten diese im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel jährliche Fortbildungsbudgets durch die Bezirksregierung. Die Zuweisung der Mittel erfolgt an den Schulträger, sie werden der Schule zur eigenständigen Bewirtschaftung zur Verfügung gestellt. Aus dem Fortbildungsbudget werden sowohl die Kosten für schulinterne Fortbildungsveranstaltungen (z.B. Reisekosten und Honorar externer Referenten, Materialkosten) als auch für externe Fortbildungen (z.B. Reisekosten) übernommen, sofern diese nicht von der Bezirksregierung getragen werden. Die Übernahme der Kosten muss bei der Schulleitung schriftlich beantragt werden.

 

  1. Ermittlung des Fortbildungsbedarfs

Der Fortbildungsbedarf am Nelly-Sachs-Gymnasium leitet sich in erster Linie aus den Schwerpunkten des Schulprogramms ab. Weitere Fortbildungsnotwendigkeiten ergeben sich aktualitäts- bzw. aufgabenbezogen und unterliegen insofern einer ständigen Entwicklung. Der Fortbildungsbedarf ist daher aufgrund einer möglichst umfassenden und fortzuschreibenden Analyse schulischer Aufgaben zu ermitteln. Die jeweiligen Prioritäten sind zwischen schulischen Anforderungen und den Erwartungen von Kolleginnen und Kollegen bzw. den Ansprüchen von Eltern sowie Schülerinnen und Schülern abzugleichen.

Auf Grundlage eines jeweils für bis zu drei Jahre angelegten Fortbildungsbedarfsplans ist zu umreißen, wann und wie einzelne Lehrerinnen bzw. Lehrer oder (Fach-)Teams fortgebildet und welche Maßnahmen intern oder extern durchgeführt werden. Die Lehrerinnen und Lehrer am Nelly-Sachs-Gymnasium erhalten regelmäßig die Gelegenheit,  zum Fortbildungsbedarf auf der Ebene des Kollegiums Vorschläge zu machen, u.a. per Fragebogen und Lehrerkonferenz im zweiten Halbjahr; kollegiumsintern werden Fortbildungen auch auf diesem Wege evaluiert.

 

  1. Evaluation und Weiterentwicklung der Fortbildungsplanung

Das Fortbildungskonzept des Nelly-Sachs-Gymnasiums wird kontinuierlich evaluiert und  weiterentwickelt; für diese prozesshafte Aufgabe sind alle oben genannten Personen bzw. Gremien mitverantwortlich. Es geht darum, abzuwägen, welche Grundsätze des Konzepts sich bewährt haben und welche Veränderungen den Fortbildungsprozess künftig optimieren können. Dabei sollen folgende Fragestellungen berücksichtigt werden (vgl. Landesinstitut für Schule und Weiterbildung (Hrsg.): Fortbildungsplanung. Ein Leitfaden für Moderatorinnen und Moderatoren. Soest 2. Auflage 2002, S.32):

 

  • Welche Themen waren in den letzten zwei bis drei Jahren Fortbildungsschwerpunkte? Waren das wichtige Themen für die schulische Arbeit?
  • Wie wurde die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen geregelt? War diese Regelung für die Bedürfnisse des Lehrerkollegiums und der Schule günstig?
  • Welche Auswirkungen hatten die Fortbildungen auf die schulische Arbeit?
  • Welche Regelungen haben sich bewährt und sollen beibehalten werden? Welche Grundsätze sollten neu in die Fortbildungsplanung aufgenommen werden?

 

Überblick: Kollegiumsinterne Fortbildungen 2001-2015

Jahr
Thema der Fortbildung
2001
Begabtenförderung (Prof. Dr. Peters, Nijmegen)
2002
Gewalt/Gewaltprävention (Reiner Gall, Oberhausen)
2003
Gesprächsführung:
Umgang mit schwierigen Gesprächssituationen (Dr. Posse, Düsseldorf)
2004
Arbeit am schulinternen Curriculum SII in Fachgruppen (Kollegium)
2005
Zentralabitur und fachspezifische Implikationen (Kollegium)
2006
Schulkultur, Beziehungskultur, Lernkultur – Erkenntnisse und Konsequenzen aus der neurobiologischen Hirnforschung (Prof. Dr. Schirp, Bielefeld)
2007
Umgang mit Entwicklungsstörungen -  (Dr. Garbe, Kinder- und Jugendpsychiatrie Neuss; Fr. Rintz,  Jugendamt Stadt Neuss;   H.Thiemann,  JUBS, Neuss)
2008
Ganztag/Übermittagbetreuung / 60-Minuten-Stunde (Herta Reinhart, Mataré-Gymnasium Meerbusch; Manfred Schauff, Pascal-Gymnasium Grevenbroich; Karin Willems, Janusz-Korczak-Gesamtschule Neuss)
2009
Fertigstellung schulinterner Sek I-Lehrpläne auf der Grundlage der Kernlehrpläne (Kollegium)
2010
- Förderkonzepte (Entwicklung von Modulen für AGs)
- Kriterien der Leistungsbewertung (alle Fächer – Sek I und Sek II)
- Vertiefungskurse (Kollegium)
2011
Hausaufgaben und Qualitätsanalyse (Kollegium)
2012
Brennpunkt „Lehrergesundheit“ (Gerhard Regenthal, Braunschweig)
2013
 
a) Module des Schulprogramms (Kollegium)
b) Rahmenkonzept Inklusion am NELLY (Kollegium)
2014
Kompetenzorientierte Curricula nach Maßgabe der neuen Kernlehrpläne Sek II          Schwerpunkt: Rahmenplanung für die Einführungsphase (EF)
2015
Werterziehung (Prof. Ladenthin)
Grundlagen der Inklusion – Medienkompetenz Teil 1 – Erziehungsarbeit