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Nach acht Jahren am Nelly war für mich nach dem Abi klar: Ich will Lehrerin werden! Dieser Wunsch ist durch verschiedene Begegnungen, von meiner liebevollen Klassenlehrerin in der Unterstufe bis hin zu vielen inspirierenden Fachlehrern in der Oberstufe, über die Jahre hinweg in mir gewachsen.

So sicher ich mir meines Wunsches aber war, so unsicher war ich mir bezüglich meiner Eignung. Bin ich die richtige Person, um vor 30 pubertierenden Jugendlichen bestehen und ihnen darüber hinaus etwas mit auf den Weg geben zu können? Um dies herauszufinden, entschied ich mich für einen Bundesfreiwilligendienst in der Münsterschule, einer Grundschule in der Neusser Innenstadt. Dort unterstütze ich ein Schuljahr lang den Unterricht der beiden ersten Klassen und schaute den Kindern beim Lernen, Lachen, Spielen und Freundschaften knüpfen zu. In der Offenen Ganztagsschule mit Schülern bis zur vierten Klasse habe ich außerdem gelernt, Verantwortung zu übernehmen und mich auf die Bedürfnisse der Kinder einzustellen. Dieses Jahr hat mir neben vielen tollen Erinnerungen vor allem die Gewissheit gebracht, dass der Lehrerberuf das Richtige für mich ist. Deshalb habe ich im Wintersemester 2015/16 begonnen, in Essen Lehramt für Gymnasium/Gesamtschule zu studieren. Meine Fächer sind Deutsch, das ich an der Universität Duisburg-Essen belege, und Musik, das mich an die Folkwang Universität der Künste geführt hat. Dort zu studieren fühlt sich für mich an, wie zu Hause anzukommen. Mein Semester hat die Größe einer Schulkasse und versammelt viele kreative und engagierte Menschen, die schon innerhalb der ersten Wochen zu engen Freunden für mich geworden sind. Mit ihnen teile ich meine Leidenschaft für Musik und den Durst nach neuem Wissen, Erfahrungen und Inspirationen.
Das ist es, was mein Studium für mich bedeutet: Eine Galerie an Möglichkeiten, aus denen ich diejenigen auswählen kann, die meinen persönlichen Lebensweg prägen werden. Rückblickend kann ich sagen, dass mir der Bundesfreiwilligendienst dabei geholfen hat, herauszufinden, was ich wirklich will. Einerseits konnte ich mich dort im Umgang mit Kindern ausprobieren, andererseits hat es mir aber auch gut getan, ein Jahr Pause von Lernen, Lehrern und Prüfungen zu haben. Ich habe in dieser Zeit viel Eigenständigkeit und Reflexionsfähigkeit gewonnen. So eine „Auszeit“ kann ich also jedem nur empfehlen!