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Mit dem ersten Blick in ein Flugzeug-Cockpit wurde aus Interesse Faszination. Als Aaron Püttmann im Alter von zehn Jahren zum ersten Mal die vielen leuchtenden Knöpfe, Hebel und Displays aus nächster Nähe betrachtete, stand sein Entschluss fest, später einmal in der Luftfahrt arbeiten zu wollen.

Seine Mutter, die damals lange Jahre für die Lufthansa als Flugbegleiterin tätig war, hatte ihm den Einblick ermöglicht. "Es hat mich einfach nicht mehr losgelassen", erinnert er sich. Rund 13 Jahre später veröffentlicht der Neusser ein Buch über seine große Leidenschaft. In "101 Dinge, die man über die Luftfahrt wissen muss" schreibt er unter anderem über die Luftfahrtgeschichte, Pioniere der Branche, aber auch über besondere Flugzeuge und Sicherheitsaspekte. Seit 2014 studiert der 23-Jährige Luftverkehrsmanagement in Bad Honnef. Dort steht viel BWL auf dem Stundenplan, aber auch Inhalte zum System der Luftfahrt inklusive infrastruktureller Abläufe werden dort vermittelt. Das nötige technische Hintergrundwissen hat Aaron Püttmann sich im Laufe der Jahre angelesen. Doch irgendwann stieg in dem jungen Mann, der 2013 am Nelly-Sachs-Gymnasium sein Abitur machte, die Lust, nicht nur zu konsumieren, sondern sein Wissen weiterzugeben. Mundgerecht, niederschwellig - und vor allem ohne Fach-Chinesisch. Deshalb ging er 2015 mit seinem eigenen Luftfahrtblog online. Auf der Internetpräsenz www.pilotstories.de veröffentlicht er nicht nur Artikel über die Luftfahrt, sondern auch Reiseberichte. Vermeintlich komplexe Zusammenhänge werden dort auf unterhaltsame Art und Weise erklärt, so dass sie auch für Laien leicht zu verstehen sind.

Ungefähr im März vergangenen Jahres wurde schließlich der Verlag "GeraMond" auf Aaron Püttmanns Website aufmerksam. "Ich wurde gefragt, ob ich nicht ein Buch zu dem Thema schreiben möchte", erinnert sich der Student. Nach einem gemeinsamen Brainstorming stand die Idee zum 192 Seiten starken Buch - der Titel "101 Dinge, die man über die Luftfahrt wissen muss" war geboren. Gleich im April 2016 fing er an zu schreiben. Ende November war der erste Entwurf fertig, am 28. Februar kam es in den Handel. Sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz ist es erhältlich. Die kindliche Faszination ist dem 23-Jährigen auch heute noch anzumerken. "Hunderte Tonnen Metall bewegen sich in die Höhe und schießen mit mehr als 900 Kilometern pro Stunde durch die Luft", sagt er und fügt hinzu: "Ich finde es bemerkenswert, wie die Luftfahrt dazu beiträgt, dass die Welt zusammenwächst. Allein in Europa finden täglich mehr als 27.000 Flüge statt. Das zu koordinieren, ist eine Wahnsinnsleistung." Zwar geht sein aktueller Studiengang in eine etwas andere Richtung, aber den Traum vom Berufspiloten möchte er weiter verfolgen. Der Privatpilotenschein steht ohnehin auf seiner Liste.

"Futter" für seinen Online-Blog beziehungsweise für seinen gleichnamigen Instagram-Account, der 16.000 Follower hat, sammelt er auf Reisen und Foto-Touren. So oft es geht schnappt er sich Spiegelreflex-Kamera samt Tele-Objektiv und fährt zu den großen Flughäfen in Düsseldorf, Köln oder Frankfurt, um Maschinen zu fotografieren.

Es fällt ihm schwer, ein Flugzeug herauszupicken, das es ihm besonders angetan hat, er nennt dann aber die Boeing 747, die die Luftfahrt verändert habe. "Einfach ein elegantes Teil", sagt er.

Artikel- und Fotoquelle: RP-Online / Simon Janssen / Link zum Artikel