Das Nelly-Sachs-Gymnasium hat Partnerschulen in Russland, den Niederlanden und Frankreich. Mit diesen Schulen finden regelmäßig Schüleraustausche statt.

Russland

Geschichte des Austauschs und des Vereins zur Förderung der Schulpartnerschaft

Die ersten Kontakte des Nelly-Sachs-Gymnasiums mit der Schule Nr. 15 aus Pskow bzw. mit dem Humanitären Lyzeum von Pskow (wie die Schule heute heißt) ergaben sich 1992, als die Deutschlehrerin Swetlana Fjodorowa mit einigen russischen Kindern auf Einladung des Karnevalvereins in Allerheiligen war. Bereits ein Jahr später waren die ersten Schülerinnen, Schüler und Lehrer des Nelly-Sachs-Gymnasiums zu Gast in der Schule Nr. 15, 1994 fand dann der erste Gegenbesuch in Neuss statt. Zu diesem Zeitpunkt war den Beteiligten klar, dass man eine dauerhafte Schulpartnerschaft aufbauen wollte. Die Schulkonferenz beider Schulen stimmten diesem Plan mehrheitlich zu. Daraufhin kam es am 12.10.1994 zur Gründung des Vereins zur Förderung der Schulpartnerschaft Nelly-Sachs-Gymnasium in Neuss – Schule Nr. 15 in Pskow zur ideellen und finanziellen Unterstützung des Austauschs. Seither finden Besuche und Gegenbesuche jährlich in regelmäßigem Wechsel statt.

Ziel des Austauschs

Ziel des Austauschs ist es, die landschaftlichen und kulturellen Besonderheiten des jeweiligen Partnerlandes und das Leben in der Gastfamilie kennen zu lernen. Darüber hinaus stärkt der Austausch das Fach „Deutsch“ im Humanitären Lyzeum in Pskow, da er einen besonderen Anreiz bietet, Deutsch als Fremdsprache zu erlernen.

Gestaltung des Austauschs

Bei den Besuchen in Pskow und Neuss nehmen die Gäste u.a. am regulären Unterricht der Partnerschule teil, um das Schulleben mit seinen jeweiligen Besonderheiten kennen zu lernen. Außerdem finden immer auch besondere Stunden für die Gäste statt: So erhalten sie Kenntnisse zur Geschichte, zur Kunst, zur Sprache oder auch zu wichtigen Persönlichkeiten des Landes. Wichtige Bestandteile des Besuchsprogramms sind die Besichtigung der Städte Neuss und Pskow und die Ausflüge in die nähere Umgebung. Besuche der Städte Köln, Aachen und Düsseldorf gehörten in den letzten Jahren fest zum Programm der russischen Schülerinnen und Schüler. Daneben gab es – je nach dem Schwerpunktthema des Austauschs – auch Ausflüge z.B. nach Xanten („Römer am Rhein“) oder im Jahr 2010 unter dem Thema „Europa“ in die „Kulturhauptstadt 2010“, nach Bochum in das Bergbaumuseum. In Russland wird meist das prächtige Pechorykloster, die Stadt Izborsk sowie Michajlowskoe besucht, wo der bedeutende russische Dichter Alexander Puschkin eine Zeit lang gelebt hat. Ein kultureller Höhepunkt der Besuche in Russland ist zudem der zweitägige Aufenthalt in St. Petersburg am Ende der Reise.

Frankreich

Das Nelly-Sachs-Gymnasium hat zwei Partnerschaften mit Schulen in Châlons-en-Champagne. Die seit dem Schuljahr 2010/11 bestehende Partnerschaft mit dem Collège Per-rot d'Ablancourt gestaltet sich vielseitig und intensiv:

1.

In Klasse 6 findet ein erster Austausch von (Klassen-)Briefen sowie eine eintägige Begeg-nung mit der „classe internationale“ des Collège Perrot d'Ablancourt in Trier statt, und zwar jeweils am letzten Schultag vor den Osterferien (ab 2012). Die deutsche Teilnehmergruppe richtet sich nach der Größe der französischen Klasse (ca 20 Schüler) und wird aus den Lerngruppen mit Französisch als 2. Fremdsprache rekrutiert. Das Ziel ist eine erste Kontaktauf-nahme mit Gleichaltrigen aus Frankreich. Die Französischlehrer informieren rechtzeitig.

2.

In Klasse 7 findet im Frühjahr eine fünftägige Begegnung in Châlons bzw. in Neuss statt. Das Programm beinhaltet je einen Ganztagsausflug, Unternehmungen vor Ort und Teilnahme am Schulalltag bzw. Familienleben. Schriftliche Informationen sowie Anmeldeformulare erhalten die Siebtklässler durch ihre Französischlehrer (Zeitpunkt: November).
Das Angebot richtet sich vor allem an leistungsstärkere Schüler. Die Größe der Austausch-gruppe hängt von der jeweiligen „classe internationale“ auf französischer Seite sowie der Anzahl von Mädchen und Jungen ab. Bei der Zusammenstellung der Partner sind  Kriterien wie  Geschlecht, möglichst  ähnliche Interessen, evtl. gesundheitliche  Probleme (z.B. Allergien in Bezug auf Haustiere) wichtig; dies geschieht in enger Absprache mit den französischen Kollegen. Die Teilnahme an der eintägigen Begegnung in Kl. 6 ist weder Voraussetzung noch Garantie für den Austausch. Die Austauschleiter und begleitenden Lehrer informieren bei einem Elternabend im Januar über alle anstehenden Themen bzw. Fragen.

3.

In den Stufen 8 und 9 arbeitet die „classe internationale“ mit den Lerngruppen des NSG projektbezogen zusammen (z.B. E-Mail-Projekte, Vorstellen der jeweiligen Region in der Zielsprache). Die Themen orientieren sich an den schulischen Programmen in beiden Ländern und werden flexibel von den unterrichtenden Lehrern und Lerngruppen gestaltet.
Die Begegnungen mit der „seconde“ des  Lycée Pierre Bayen, dem ursprünglich alleinigen Partner des AvH,  finden seit 2001 gemeinsam mit dem NSG statt. Uns stehen i.d.R. die Hälf-te der Plätze zur Verfügung. Am NSG richtet sich dieses Angebot an Schüler der Klasse 9 mit Französisch als 2. bzw. 3. Fremdsprache. Die achttägige Fahrt nach Châlons – meist mit ei-nem Ganztagsausflug nach Paris sowie  Reims oder Troyes oder Verdun, einem Wochenende in der Familie und der Einbeziehung in den Schulalltag – findet im Frühjahr statt. Der Gegen-besuch der Franzosen erfolgt zeitnah, das Programm ist vergleichbar gestaltet.
Die Termine für die Anmeldung, die Fahrt nach Châlons und den Gegenbesuch der Franzosen werden mit dem AvH und dem Lycée Pierre Bayen abgestimmt. Informiert werden die Schü-ler unserer 9. Klassen und deren Eltern in schriftlicher Form über die Französischlehrer, meist im November.

 

Niederlande

Seit 2009 gibt es diesen englischsprachigen Austausch mit dem Scala College in Alphen aan den Rijn in den Niederlanden, der sowohl in der Mittelstufe, 8. Klasse, als auch in der Oberstufe stattfindet. Alphen aan den Rijn liegt in Südholland, im „Groene Hart“, dem grünen Herzen, einer abwechslungsreichen Polderlandschaft zwischen den großen Städten Amsterdam, Rotterdam, Den Haag und Utrecht, ganz in der Nähe von Leiden und Gouda. Das Scala College ist eine staatliche Schule und sehr große Schule mit ca. 2500 Schülern. Die Schüler, mit denen wir den Austausch vorbereiten, besuchen den bilingualen Zweig der VWO, die in etwa unserem Gymnasium entspricht. Bilingual bedeutet, dass die SchülerInnen über 60% des Unterrichts in der Unterrichtssprache Englisch von dazu speziell ausgebildeten Lehrern erhalten, d.h. dass die Schüler der holländischen Schule hervorragend Englisch sprechen.

Austausch Jahrgangsstufe 8

Der Austausch in der Jahrgangsstufe 8 ist für viele SchülerInnen eine gute Gelegenheit, selbstständig erste Auslandserfahrungen zu sammeln und das Leben in einer Gastfamilie zu erproben. Holländer sind sehr aufgeschlossen und tolerant und somit fällt das Englischspre-chen leicht. In einer Vorlaufphase lernen die Schüler per E-Mail, Skype oder durch andere Medien ihre Austauschpartner rechtzeitig kennen. Danach erfolgt kurz vor den Osterferien ein fünftägiger Besuch in Holland und im Mai oder Juni der Gegenbesuch der Austauschpart-ner in Neuss.
Es gibt neben gemeinsamen Projekten, wie Sport, Theater, Käseproduktion oder Schnitzeljagd ein attraktives Ausflugsprogramm. In Deutschland stehen z.B. Köln und Düsseldorf auf dem Programm, während es bei dem Gegenbesuch in den Niederlanden nach Den Haag und Amsterdam geht.
Es können jedes Jahr ca. 25 SchülerInnen teilnehmen, da die holländische Schule im Klassenverband fährt. Das heißt, die Zusammensetzung der holländischen Klasse bestimmt, wie viele Jungen und wie viele Mädchen von unserer Seite mitfahren können. Wir bemühen uns dann darum, Schülerinnen und Schüler mit ähnlichen Interessen, von gleichem Alter und in vergleichbarer Lebenssituation zusammenzubringen. Die Kosten betragen ca. €190 für beide Wochen.

Austausch in der Oberstufe: MUNs

Das Besondere an unserem Austausch ist, dass er in der Oberstufe fortgesetzt wird, so dass häufig die ehemaligen Teilnehmer des ersten Austauschs erneut dabei sind. MUN steht kurz für Model United Nations. Unser Oberstufenaustausch ist v.a. an die MUN Aktivitäten des Alfrink College in Zoetermeer in den Niederlanden, in der Nähe von Den Haag, gebunden. Das Alfrink College veranstaltet seit 2006 diese Simulation einer mehrtägigen Model United Nations Sitzung. Hier werden mit vielen Teilnehmern aus verschiedenen europäischen Ländern in Diskussionen, Verhandlungen und Debatten die Probleme dieser Welt gelöst. Das Projekt gliedert sich in drei Phasen: Im November findet ein gemeinsamer Vorbereitungsworkshop, MUNelly, mit Schülern des Scala College am Nelly-Sachs-Gymnasium in Neuss statt. In der zweiten Phase im Dezember können die Schülerinnen und Schüler am ScalaMUN in Alphen teilnehmen. Im Januar betreiben sie selbstständige Recherche zu den einzelnen Themenbereichen von MUNA und bereiten sich auf diese große Konferenz vor. In dieser Phase gibt es einige kürzere Treffen. Anfang Februar nehmen sie schließlich mit mehr als 500 Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen europäischen Ländern an der MUNA Konferenz am Alfrink College in Zoetermeer teil. Wegen der großen Beliebtheit der Konferenz können am Alfrink College seit 2012 nur noch ausgewählte Schulen mit einer begrenzten Schülerzahl teilnehmen. Das Nelly-Sachs-Gymnasium gehört erfreulicherweise dazu und kann 10 Delegierte anmelden.

Teilnehmen können alle Schülerinnen und Schüler der EF, Q1 und Q2, die neben guten Englischkenntnissen auch die Bereitschaft mitbringen, sich aktiv und langfristig an dem Projekt zu beteiligen. Die Schülerinnen und Schüler der EF helfen bei der Durchführung der MUNelly Konferenz, die Schülerinnen und Schüler der Q1 planen sie und die Schülerinnen und Schüler der Q2 stehen als Berater zur Seite. Ehemalige MUNelly-Teilnehmer werden als Gastredner eingeladen. Alle beteiligten Schüler setzen sich auch für ein Sozialprojekt ein. MUNelly, unser hauseigenes MUN, entwickelt sich ständig weiter. Somit besteht für unsere erfahrenen Schülerinnen und Schüler auch die Möglichkeit an anderen MUN Veranstaltun-gen wie z.B. LEMUN oder BonaMUN teilzunehmen.