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Sie wäre heute 150 Jahre alt: In der Pogromnacht von 1938 zerstörten SA-Männer die jüdische Synagoge an der Promenadenstraße. An das Schicksal der Neusser Juden erinnert das Mahnmal des Künstlers Ulrich Rückriem in der Grünanlage gegenüber des ehemaligen Standortes.

Am 79. Jahrestag dieser Übergriffe gedachten am 09. November Neusser Bürger der Opfer von Jugendverfolgung und nationalsozialistischem Terror. Eine beachtliche Schar von Jugendlichen aus Neusser Schulen hatte sich zu dieser alljährlichen Veranstaltung versammelt, um den Ansprachen von Bürgermeister Reiner Breuer und Bert Römgens von der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf zu folgen. Schülerinnen und Schüler vom Nelly-Sachs-Gymnasium gestalteten gemeinsam mit Frau Dr. Rogge die Gedenkstunde mit.

"Der 9. November ist ein Tag gegen das Vergessen und Relativieren", sagte Bürgermeister Breuer. Er erinnerte daran, wie eng die Geschichte der Neusser Juden mit dem heutigen Stadtleben verwoben sei. So stand zum Beispiel am Ort des heutigen Modegeschäfts H&M früher das jüdische Kaufhaus Alsberg. Dessen Geschäftsführer Gustav Joseph wurde mit Frau und den drei Töchtern in Auschwitz ermordet. "Ich sorge mich um das friedliche Miteinander in der pluralistischen Gesellschaft", sagte Breuer, und verwies auf 211 Anschläge, die bundesweit in diesem Jahr auf Flüchtlingsheime verübt wurden.

An die Verantwortung der nachkommenden Generationen appellierte Bert Römgens. "Wir müssen wachsam sein, wenn heute Parlamentarier nazi-ideologische Begriffe verwenden. Wir müssen wachsam sein, wenn in den Sozialen Medien fast täglich rassistische und antisemitische Beschimpfungen zu lesen sind", sagte er. Die Anwesenheit der zahlreichen Schüler gebe ihm große Hoffnung, dass die Verantwortung in der jungen Generation wahrgenommen wird.

Die Schülerinnen und Schüler unserer Schule rezitierten Gedichte der jüdischen Autorin Nelly Sachs, die Zeugnis ablegen für das Leid dieses Volkes. Zum Abschluss sang der Düsseldorfer Rabbiner Benzion Dov Kaplan mit den Angehörigen der jüdischen Gemeinde das jüdische Totengebet El male Rachamim.

 

Quelle: NGZ / Rheinische Post

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