Unterricht und Erziehungsarbeit des Nelly stehen seit der Gründung des Gymnasiums 1957 in engem Zusammenhang mit der programmatischen Entscheidung für die Namenspatronin der Schule in den sechziger Jahren:

 

„Die Dichterin Nelly Sachs, die ihr Werk aus der Erfahrung von Diffamierung, Verfolgung und Emigration schuf, erinnert uns an die Verpflichtung zu Toleranz, Menschlichkeit, Achtung, Hilfsbereitschaft und zu aktiver Ablehnung von Gleichgültigkeit und Gewalt.“ (Vgl. Vorwort zum Schulprogramm, S.4)

 

Die (Selbst-)Verpflichtung der gesamten Schulgemeinde zu einer Bildung und Erziehung in diesem Sinne geht entsprechend auch aus der Präambel des Schulprogramms aus dem Jahr 2002 hervor, die als Leitbild des Nelly aus intensiven Diskussionen zwischen Schülern, Eltern und Lehrern entstanden ist. Die Auffassung, Wertebildung und Werteerziehung als eine zentrale Aufgabe der Schule neben der Vermittlung von Sach- und Fachkompetenzen in einzelnen Fächern und Bereichen zu begreifen, basiert auf der Erkenntnis, dass Werten und Werte eine notwendige Grundlage und Orientierungshilfe für ein humanes, friedliches und erfolgreiches Zusammenleben von Menschen in einer Gesellschaft bilden. Hier geht es um die notwendige Verständigung hin-sichtlich gemeinsamer Grundüberzeugungen, die Orientierung leisten für Urteilen, Entscheiden und Handeln. Wertebildung und Werteerziehung an der Schule kann sich nicht darin erschöpfen, Wissen über Werte zu vermitteln oder Umgangsformen und Verhaltensregeln einzuüben. Werteorientierung muss darauf abzielen, die Entwicklung von verantwortungs- und wertebewusstem Denken und Handeln langfristig zu fördern: Bildung und Erziehung zum Werten. Aufgabe der Schule sollte deshalb sein, Kindern und Jugendlichen beim Aufbau eines differenzierten und reflektierten Wertebewusstseins zu helfen. Insofern kann Werteerziehung auch nicht an einzelne (Schul-)Fächer delegiert werden: Wertebildung und Werteerziehung im Sinne von Werteorientierung ist die Aufgabe aller Fächer und aller am Schulleben Beteiligten und bedarf einer bewusst gelebten Schulkultur. Die Fragen nach Bedeutung, Reichweite und Geltung von Werten gehören in den pluralistisch (post-)modernen Gesellschaften zu den besonders umstrittenen. Je nach Lebensbereich werden verschiedene Wertetypen unterschieden. Die sich daraus ergebenden Fragen – letztlich auch die nach der grundsätzlichen Relativität von Werten – werden heute diskutiert – u. a. unter Stichworten wie Wertewandel oder Werteverlust. Was bedeutet diese Situation für Bildung und Erziehung, also für Schule – insbesondere angesichts der weit reichenden und tief greifenden, letztlich auch prägenden Einflüsse der modernen Lebenswelt auf Kinder und Jugendliche?

Wenn es die Aufgabe der Bildungs- und Erziehungsarbeit von Schule ist, Schülerinnen und Schülern zu ermöglichen, sich die Ausstattung an Bildung und Kompetenzen zu erarbeiten für eine sozial- und selbstverantwortliche Ausgestaltung ihrer Lebensentwürfe, dann bleibt als Bezugspunkt und zentraler Orientierungsmaßstab für Schule zunächst einmal die Basis der verfassungsmäßigen Grundwerte und Menschenrechte und die entsprechenden gesetzlichen Regelungen und Vereinbarungen. Wertebildung und Werteerziehung kann und muss sich im schulischen Raum im Wesentlichen vollziehen in einem Prozess kommunikativer Auseinandersetzung aller Beteiligten miteinander. Das betrifft den (Fach-)Unterricht im engeren Sinne ebenso wie die Schulkultur in allen Facetten im weiteren Sinne. Um Fragen des Wertens, Urteilens, Begründens, Entscheidens, Handelns geht es – auf unterschiedlichen Ebenen – in allen schulischen Handlungsfeldern. Dies ins Bewusstsein der Schülerinnen und Schüler zu rücken und die Diskussion über Werte im weitesten Sinne immer anzuregen, zu fördern und zu führen, ist eine zentrale Aufgabe von Unterricht und soll letztlich zum Aufbau eines differenzierten Wertebewusstseins führen, das – immer wieder kritisch reflektiert – Orientierung zu leisten imstande ist und zur Verständigung hinsichtlich gemeinsamer Grundüberzeugungen führt.

Handlungsfelder der Wertebildung und Werteerziehung

 Allgemeines Schulleben

  • Präambel / Schulprogramm / Leitbild
  • Schulklima, Schulatmosphäre / Schulkultur (Schulordnung / Regeln / Umgang mit Konflikten / …)
  • Vorbildwirkung
     

(Fach-)Unterricht

  • Moralisch-ethische Dimensionen der einzelnen Fächer
  • Klassenklima, Klassenregeln
  • Kommunikation im Unterricht / erziehender Unterricht
  • Arbeits- und Verhaltensdisziplin
  • Lion’s Quest „Erwachsen werden“ – ein Jugendförderprogramm für die Erprobungsstufe
  • Vorbildwirkung

Sonderveranstaltungen / über den (Fach-)Unterricht hinausgehende Bereiche (z.B.)

  • Wandertage / Wanderfahrten / Studienfahrten
  • Unterrichtsgänge
  • Religiöse Besinnungstage / Philosophische Vertiefungsfahrten
  • SV-Arbeit – Projekte, Veranstaltungen, SV-Seminare
  • Mentorenprogramm – Oberstufenschüler betreuen in Zusammenarbeit mit Lehrern die Schüler der Erprobungsstufe
  • Arbeitsgemeinschaften
  • Seniorenbesuchsdienst – Nelly-Schüler besuchen regelmäßig die Bewohner des St. Hubertusstifts in Neuss
  • SOR / SMC – Schule ohne Rassismus / Schule mit Courage
  • Umwelt AG „Blaue Engel“ – Schülerfirma
  • Sporthelfer – speziell angeleitete Nelly-Schüler unterstützen die Lehrer bei Sportfesten, AGs oder Bundesjugendspielen
  • Schulsanitäter – von den Johannitern Neuss ausgebildete Nelly-Schüler unterstützen unsere Ersthelfer im Alltag, bei Sport- und anderenSchulveranstaltungen
  • Verkehrserziehung
  • Theater / Konzerte – Zusammenarbeit Schüler, Lehrer, Eltern
  • Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen – Zusammenarbeit Schüler, Lehrer, Eltern
  • Elternarbeit – z.B. Info-Veranstaltungen, „Stammtische“, regelmäßige Gespräche mit der Schulleitung

Soziale Fertigkeiten und die Diskussion und Achtung menschlicher Werte bilden, auch im Andenken an unsere Namensgeberin, einen wichtigen Schwerpunkt unseres Zusammenlebens am Nelly. Erst die Vermittlung und das Einüben sozialer Kompetenzen und Werte macht unsere Bildungsarbeit komplett. Dies nicht nur im unterrichtlichen Zusammenhang, in der Beachtung der Würde der Mitschülerinnen und Mitschüler im täglichen Miteinander, sondern auch in speziellen Projekten, die über den rein fachlichen Ansatz hinausgehen.

Dazu gehören am Nelly z.B.
 

  • Lion’s Quest „Erwachsen werden“ - ein Jugendförderprogramm für die Jgst. 5 und 6
  • Mentorenprogramm – OberstufenschülerInen begleiten unsere SchülerInnen auf ihrem Weg durch die Erprobungsstufe
  • Schule ohne Rassismus (SoR) - ein Projekt von und für SchülerInnen gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt
  • Seniorenbesuchsdienst – Nelly-SchülerInnen besuchen regelmäßig die Bewohner der St. Hubertusstifsts in NeussSporthelferInnen – speziell angeleitete Nelly-SchülerInnen unterstützen die LehrerInnen bei Sportfesten, AGs oder Bundesjugendspielen
  • Sporthelfer – speziell angeleitete Nelly-Schülerinnen und Schüler unterstützen die Lehrerinnen und Lehrer bei Sportfesten, AGs oder Bundesjugendspielen
  • Schulsanitäter – von den Johannitern Neuss ausgebildete Nelly-SchülerInnen unterstützen ErsthelferInnen der Schule im Alltag, bei Sportveranstaltungen und anderen Schulevents