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Das Siegel

Seit dem 30. Juni 2011 ist das Nelly-Sachs-Gymnasium als erste Schule im Rheinkreis Neuss offiziell Mitglied im mehrfach ausgezeichneten Schulnetzwerk „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“, dessen Wurzeln bis in die 80-er Jahre zurückreichen. Schon weit über 1000 Schulen in Deutschland haben sich feierlich verpflichtet, für ein respektvolles demokratisches Miteinander einzutreten.
Am „Nelly“ war zuvor die Hürde genommen worden, dass mindestens 70 Prozent aller Mitglieder der Schulgemeinde ihre Bereitschaft zu erklären haben, sich zum Beispiel durch regelmäßige Projekte gegen Rassismus und andere Formen der Diskriminierung einzusetzen. Der Titel „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ ist also keine Auszeichnung für geleistete Arbeit; er stellt vielmehr eine Selbstverpflichtung für die Gegenwart und Zukunft (s.u.) dar. Moralische Unterstützung finden die beteiligten Schulen jeweils durch eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens. Die Nelly-Schüler konnten Annette Schavan als Patin gewinnen, die 1974 am „Nelly“ das Abitur ablegte und ihm bis heute verbunden ist. In einer kleinen Feierstunde überreichte die Landeskoordinatorin des Netzwerkes, Renate Bonow, der Schule ein großes Schild mit dem Netzwerk-Logo (s.o.). Es soll deutlich sichtbar machen, dass alle Mitglieder der Einrichtung Verantwortung übernehmen für ein gutes Klima sozialen Miteinanders, auch im Umfeld der Schule. Übergeben wurde ebenfalls eine Urkunde, unterzeichnet von den Leitern des Bundesprojektes. Frau Bonow verband ihre kurze programmatische Ansprache mit der Zeile „Wir müssen geduldig sein“ aus dem Eingangslied der Veranstaltung. Ein Schulklima der Achtung bzw. Toleranz könne jederzeit gefährdet sein, daher nehme das Netzwerk zum Beispiel den  Antisemitismus oder die Homophobie eines deutschen oder russischen Jugendlichen genauso ernst wie zermürbendes Mobbing oder Aggressionen gegen Deutsche etwa durch einen Jugendlichen mit türkischen oder arabischen Wurzeln. Viel Engagement und Geduld ist vonnöten bei solch einem ambitionierten Projekt von Schülerinnen und Schülern für Schüler und Schülerinnen.


Oberstudiendirektor Manfred Neumann zeigte sich erfreut, ausgerechnet diesem kleinen Festakt bei seiner schulinternen Premiere als Schulleiter beiwohnen zu können, und dankte der federführenden Schülerinitiative aus der damaligen Stufe 9/10 sowie ihrem Mentor, Studiendirektor Laurentius Haverkamp. Er äußerte Sympathie für das Konzept, sagte Unterstützung zu und forderte die „Courage“ ein, die im Namen des Netzwerkes verpflichtet, aber auch im Schulnamen aufgehoben ist, der an Nelly Sachs als lyrische Stimme der einst so grausam verfolgten jüdischen Minderheit erinnert.