Im Mittelpunkt unseres Handelns stehen Unterricht und Erziehungsarbeit. Das Schulprogramm des Nelly-Sachs-Gymnasiums soll deshalb

 

  • die wesentlichen Ziele der gemeinsamen Bildungs- und Erziehungsarbeit von Lehrerinnen, Lehrern, Schülerinnen, Schülern und Eltern verdeutlichen,

 

  • das gemeinsame Arbeiten und Leben im schulischen Umfeld gestalten helfen,

 

  • Orientierungshilfen und Denkanstöße geben und

 

  • Traditionen bewahren und aufbauen und dabei zugleich offen sein für stete Weiterentwicklung bei neuen Anforderungen.

 

Dem Fachunterricht kommt im Gymnasium eine entscheidende Rolle zu – ohne guten Fachunterricht führen alle weiteren Bemühungen nicht zum Ziel. Unter Beachtung der geltenden Vorgaben und Bestimmungen werden die schulinternen Lehrpläne des Nellys fortlaufend von den Fachkonferenzen überprüft, angepasst und weiterentwickelt. Die Lehrpläne und die in der Schule eingeführten Lehrwerke sind aufeinander abgestimmt. Fachbezogene Mindeststandards werden durch die Lehrpläne sichergestellt, so dass Unterricht auf qualitativ vergleichbarem und hohem Niveau für alle Schülerinnen und Schüler gewährleistet ist. Zunehmend werden bei der Fortentwicklung der Lehrpläne auch fachübergreifende und fächer-verbindende Aspekte einbezogen, moderne Lehr- und Lernformen berücksichtigt, eine Öffnung der Schule nach außen verwirklicht und Gesichtspunkte der Qualitätssicherung und Evaluation berücksichtigt.

Die Entscheidung für Nelly Sachs als Namenspatronin für das 1957 gegründete Gymnasium war auch eine Entscheidung für ein Bildungs- und Erziehungsprogramm.  Nelly Sachs’ vorwiegend lyrisches Werk ist der Erinnerung und Mahnung an die Opfer des Holocaust gewidmet. Die im Jahre 1966 mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Dichterin, die ihr Werk aus der Erfahrung von Diffamierung, Verfolgung und Emigration geschaffen hat, erinnert uns an die Verpflichtung zu Toleranz, Mitmenschlichkeit, Achtung, Hilfsbereitschaft und zu aktiver Ablehnung von Gleichgültigkeit und Gewalt. Auch das Vertrauen, das sie trotz ihrer leidvollen Erfahrungen nach dem Ende von Krieg und Gewaltherrschaft in die nachwachsende Jugend gesetzt hat, ist uns als Leitmotiv pädagogischen Handelns wichtig. Die Vorstellung einer Erziehung und Bildung, die sich bewusst an einer Tradition von Verständigung, Versöhnung und Toleranz orientiert, blieb auch bestimmend, als mit Beginn der Arbeit an einem Schulprogramm Lehrerinnen, Lehrer, Schülerinnen, Schüler und Eltern gemeinsam die Schulordnung überarbeiteten und ihr eine Präambel im oben angedeuteten Sinne voranstellten, die zugleich die Präambel für unser Schulprogramm geworden ist.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird an einigen Stellen bei geschlechtsspezifischen Begriffen die maskuline Form verwendet. Diese Form versteht sich explizit als geschlechtsneutral. Gemeint sind selbstverständlich beide Geschlechter.